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 Betreff des Beitrags: Deutscher Flacktarn
BeitragVerfasst: 29. Aug 2009, 17:38 
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Fleckentarn (fälschlich oft auch Punkttarn) ist das nach dem Bundeswehr Truppenversuch 76 für die Bundeswehr gewählte Camouflage-Muster.

Im Flecktarn werden kleine, zumeist rundliche Flecke in vier Farben dicht auf einem andersfarbigen Hintergrund angeordnet. In der Hauptausführung sind dies Schwarz, Bronzegrün, Rostbraun und Gelbgrün auf einem grauoliv-farbenen Hintergrund.

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Vorläufer

Bei Aufstellung der Bundeswehr im Jahre 1955 wurde bei der Truppe ein Kampfanzug im Splittertarnmuster eingeführt. Dieses erinnerte stark an das Splittermuster 31 der Zeltbahn der Heerestruppen der ehemaligen deutschen Wehrmacht. (Auch bei der Wehrmacht wurden die verschiedensten Bekleidungsstücke aus dem Zeltbahnstoff hergestellt und bewiesen im Einsatz ihren unumstrittenen Wert. Allerdings wurden, von Tarnbezügen für Stahlhelme abgesehen, nie offizielle Kleidungsstücke von den Kammern ausgegeben, sondern diese wurden immer in Eigenarbeit hergestellt und von den jeweiligen Vorgesetzten toleriert.)

Die neu eingeführten Bekleidungsstücke der Bundeswehr sahen diesem Muster sehr ähnlich, allerdings gab es in unregelmäßigen Abständen weiße Linien zwischen den einzelnen Splitterelementen, so dass es aussah, als ob sich einige Druckvorlagen verschoben hätten. Dies war allerdings nicht so, es handelte sich hierbei um einen gewollten Effekt. Die Grundfarbe dieser Bekleidung war ein hellerer Grauton, der durch Splitter in einem hellen Grün-Oliv und in Mittelbraun unterbrochen wurde. Die ausgegebene Bekleidung bestand aus einer Kampfjacke mit Kapuze, die vier große, knöpfbare Taschen aufwies. Ebenso gab es eine Variante für Luftlandetruppen mit Reißverschlußtaschen, sowie zusätzlichen Stautaschen auf dem Rücken. Weiterhin gab es eine Hose dieses Musters mit zwei schräg eingesetzten Seitentaschen und zwei aufgesetzten großen Beintaschen und einer knöpfbaren Gesäßtasche. Komplettiert wurde die Uniform durch Stulpenhandschuhe.

Dieser Kampfanzug hielt sich nicht lange in der Bundeswehr, da er aus bekleidungsphysiologischen Gründen praktisch nicht verwendungsfähig war. Der gewählte Stoff war durch die geforderte Wasserbeständigkeit kaum atmungsaktiv und zu steif, so daß er dazu neigte, bei Bewegung des Trägers stark zu rascheln, was dem Kampfanzug dann auch Bw-intern den Namen Rauscheberger einbrachte. Bereits Anfang der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde er ausgemustert und durch eine Uniform aus Wollfilz im Farbton jagdmeliert ersetzt. Der direkte Vorläufer des heutigen Feldanzug, Tarndruck, war der aus dem Arbeitsanzug der 60er Jahre entstandene stein-olivfarbige sogenannte Moleskinanzug.

Entwicklung

In der zweiten Jahreshälfte 1976 führte die Bundeswehr eine Reihe von Truppenversuchen durch, mit denen die Wirksamkeit verschiedener, teilweise in Zusammenarbeit mit der französischen Armee entwickelter, neuer Tarnmuster getestet werden sollte. Im Versuch befanden sich insgesamt fünf verschiedene Muster: das an Blätter erinnernde "Sägezahnmuster", das "Punkttarnmuster" und Flecktarn A (klein) sowie Flecktarn B (groß). Das ungewöhnlichste der fünf Muster war Flecktarn C, oder Schattentarn, bei dem es sich um die Umrisse von Flecktarn A in drei verschiedenen Grau- bzw. Graugrüntönen handelte.

Das als Ergebnis des Tr.Vsu. 1976 entwickelte Tarnmuster (Flecktarn B) wurde nicht direkt in Truppenverwendung gegeben, sondern tauchte erst in den Jahren 1987-1990 als Teil der Versuchsreihe "Kampfanzug 90" wieder auf. Ebenso wurde in den Jahren 1986-87 kurzzeitig ein Flecktarnmuster erprobt, welches etwas kleinere enger geclusterte, dafür aber insgesamt farblich hellere Flecken aufwies. Dieses Muster ist in einigen Fotos zu sehen und auch 'am Mann' in der Uniformsammlung des Panzermuseums Munster / Oertze zu besichtigen (hier allerdings nur am Tragesatz, pers. Ausr.)

Die weiter andauernde Verwendung einfarbiger Uniformen durch die Bundeswehr hatte wohl primär mit einer Orientierung an anderen NATO-Partnern zu tun, die ebenfalls olivgrüne Uniformen trugen (alle außer Großbritannien und Belgien, sowie in eingeschränkter Form die USA ab Anfang der 70er Jahre), kann aber zumindest teilweise auch finanzielle Beweggründe gehabt haben

Wirkung

Durch die Anordnung der Flecken soll ein optisches Verschwimmen der Umrisse des Körpers bewirkt werden, wodurch es dem Feind erschwert wird, das Gesehene als getarnte Person zu identifizieren. Das Muster ist recht wirkungsvoll in bewaldetem Gelände mitteleuropäischen Typs (Mischwald) und war von Anfang an nicht als sogenanntes Multigeländemuster('all-terrain') konzipiert, wie dies beispielsweise beim britischen DPM (Disruptive Pattern Material) sowie bei dem von der U.S.-Armee im Jahr 2004 neu eingeführten ACU-Muster (Army Combat Uniform) der Fall ist.

Flecktarn entstand vor dem Hintergrund der angenommenen Bedrohung durch den Warschauer Pakt, also zu einer Zeit, als der Heimatschutz der Bundesrepublik noch im Vordergrund stand, weshalb man die typischen mitteleuropäische Bewaldungsfarben nachahmte. Mit dem erweiterten Aufgabenspektrum der Bundeswehr entwickelte man 1993/94 eine Variante für Wüstengebiete im Dreifarbdruck (gemeinhin "Wüstenflecktarn") in der Farbkombination hellbeige, beigebraun und flaschengrün.

Bei der Bundeswehr sind die Felduniform und die persönliche Ausrüstung mit dem Fünffarbtarndruck versehen. Feldbekleidung sowie Helmbezüge gibt es auch im Dreifarbdruck für die Tarnung in ariden Gebieten.

Häufig verwendet, aber falsch ist die Bezeichnung "Tarnfleck".

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